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Reisen mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten

Auslandreisende, unabhängig davon, ob sie an chronisch entzündlichen Darmkrankheiten leiden oder nicht, haben je nach Destination unterwegs relativ häufig mit Durchfallerkrankungen zu kämpfen.

Bereits bei gesunden Auslandreisenden sollte auf eine strikte Beachtung von Verhaltensregeln beim Essen und Trinken geachtet werden, was ein mögliches Infektionsrisiko eindämmen kann. Es ist jedoch auf jeden Fall hilfreich, bestimmte Medikamente im Gepäck zu haben. Dies ist insbesondere auch wichtig bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten.

Vorbereitungen vor Abreise
Es ist bekannt, dass Patienten mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten einen Schub erleiden können bei gleichzeitigem Auftreten von gastrointestinalen Infektionen, aber auch bei Änderungen der Ernährung. Zudem kommt es leider auch immer wieder vor, dass Patienten während der Reisen die Einnahme von Medikamenten vergessen. Eine Reiseversicherung mit Rücktransport-Garantie ist für Patienten mit chronisch entzündlicher Darmkrankheit von entscheidender Bedeutung. Bezüglich Vorbereitung vor der Abreise gibt die Tabelle 1 nähere Auskünfte.

Eine Liste mit Dingen, die nicht vergessen werden sollten.

- Die Impfungen sollten vor der Reise nochmals aufgefrischt werden.
- Gelbfieber-Impfung sollte bei Patienten mit Immunsuppression nicht durchgeführt werden.
- Immunsuppressive Medikamente sowie Biologica können das Risiko für eine Tuberkulose erhöhen.

  • Desinfektionsmittel
  • Durchfall-Medikamente
  • Allergie-Medikamente
  • Mückenabweisende Mittel für Haut und Kleidung oder Moskitonetz
  • Verbandsmaterial
  • Thermometer
  • Breitband-Antibiotikum
  • Sonnencreme mind. mit Sonnenschutzfaktor 30
  • Die eigenen Medikamente für den Aufenthalt sowie eine Kühltasche für zu kühlende Medikamente
     

Vielen Menschen mit chronisch entzündlicher Darmkrankheit tut die wärmende Sonne gut, jedoch können zahlreiche Medikamente dazu führen, dass die Haut gegenüber Sonneneinstrahlung empfindlich wird. Ein Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 ist erforderlich. Zu beachten ist ferner, dass gewisse Medikamente zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen können. Dazu gehören Methotrexat, Ciclosporin, Azathioprin und 6-Mercaptopurin sowie Sulfasalazin-Präparate. Falls die Patienten solche Medikamente einnehmen, sollte sogar auf einen Sonnenschutzfaktor 50 umgestellt werden.

Impfungen
Bei Impfungen wird generell unterschieden zwischen Lebend- und Totimpfstoffen. Zu beachten ist, dass ein Lebendimpfstoff im Gegensatz zum Totimpfstoff aus geringen Mengen lebender Krankheitserreger besteht und somit bei Patienten mit Immunsuppression nicht gegeben werden sollte. Zu diesen immunsuppressiven Medikamenten gehören Azathioprin, 6-Mercaptopurin und die Biologica Infliximab, Adalimumab, Certolizumab, Pegol und Golimumab.

Die folgende Tabelle zeigt eine Liste von Lebend- und Totimpfstoffen.

Lebendimpfstoffe Totimpfstoffe
MMR (Masern, Mumps, Röteln) Diphterie
Typhus Typ 21a Tetanus
Vakzinia Gelbfieber Pertussis
Lebend-attenuierte Influenza Polio
Varizella Zoster Influenza
Orale Polio-Impfung Pneumokokken
BCG (Bacillus Calmette-Guérin) Rekombiniante Hepatitis-A- und -B-Impfung
  Typhus
  Meningokokken
  Cholera
  Japanische Enzephalitis
  Humane Papilloma Viren
  Zeckenübertragene Enzephalitis

 

Falls bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten Lebend-Vakzine wie beispielsweise MMR, Varizella-Zoster-Virus oder Gelbfieber gegeben werden müssen, sollte darauf geachtet werden, dass nach der Impfung mindestens 3 Wochen zugewartet wird, bis eine Therapie mit Immunsuppressiva oder Biologica angeschlossen wird (Bild 1). Sobald Patienten mit Immunsuppressiva und Biologica behandelt sind und eine Lebend-Vakzination erfolgen sollte, müssen die immunsuppressiven Medikamente für mindestens 3 Monate gestoppt werden, bevor ein Lebend-Vakzin gegeben werden kann. Die Tot-Vakzine können zu jedem Zeitpunkt – egal, ob die Patienten immunsupprimiert sind oder nicht – gegeben werden. Der medizinische Info-Service des Schweizer Impfzentrums (www.impfzentrum.ch) stellt auf seiner Internetseite ausführliche länderspezifische Informationen zu den Impfempfehlungen, der Malaria-Situation, den Gesundheitsrisiken, aktuellen Gesundheitsmeldungen, Botschaften und medizinischen Einrichtungen zur Verfügung. Aktuelle Impfempfehlungen werden zudem regelmässig von der Weltgesundheitsorganisation WHO (www.who.int) herausgegeben. Ihre Information zu Reiseimpfungen finden Sie zudem auch beim Bundesamt für Gesundheit (www.bag.admin.ch/impfinformation) sowie über die Impfhotline 0844 448 448.

Wandern und CED

Bericht von Yasemin Jud

Heute packte mich das Wanderfieber! Trotz Schub und Cortison-Nebenwirkungen hoch drei wagte ich mich ganz allein mit dem Bähnli auf den Kronberg und machte mich auf, den hiesigen Kraftweg zu meistern. Oben angekommen ging ich gleich los zum ersten Heilplatz, der Jakobsquelle. Zuerst ging es ziemlich steil runter und alles war nass und rutschig. Schmale, unebene Treppentritte ging es immer weiter bergab. Mit einem flauen Gefühl ging ich trotzdem weiter und erreichte dann die sogenannte Reizzone … Anscheinend befindet sich hier ein Störfeld, welches ich gleich bemerkte und von dem ich auch schnell wieder weg wollte. Menschen sind schliesslich Strahlenflüchter und keine Strahlensucher.

Als ich dann zur Jakobsalp kam, löste sich diese Spannung und ich fühlte eine Freiheit und Offenheit! Es war wunderbar … Die Sonne schien mir ins Gesicht und der Weg führte mich vorbei an sogenannten runden Nagelfluhfelsen, wo das Wasser runtertröpfelte. Schliesslich kam ich zur Jakobsquelle. Der Ort strahlte so eine friedliche Energie aus, da musste ich mich einfach hinsetzen. Auf der Tafel las ich, dass das Wasser dieser Quelle früher sogar Pestkranke heilte, sofort füllte ich meine Flasche auf, vielleicht heilt das meinen Crohn? (Wenn dem so ist, gebe ich natürlich Bescheid! ;-))

Als mein Puls wieder ein normales Niveau erreicht hatte, wanderte ich weiter zur neuen Jakobskapelle. Der Weg war recht unbeschwerlich, ich erfreute mich am Farn am Wegesrand und den wunderbaren Tannen mit dicken Zapfen und vergass alles um mich herum. Ich fühlte mich so unbeschwert wie seit Wochen nicht mehr.

Schliesslich erspähte ich die Mini-Kapelle. Sie war offen und ich ging hinein. Eine Welle der Ehrfurcht ergriff mich, als ich die Jesusstatue und die Sprüche an der Wand sah. Inneren Frieden finden, Trauer überwinden, sich selbst lieben … Dinge, die viele Emotionen in mir auslösten. Ich ging wieder raus und suchte mir ein Plätzchen auf der Wiese, um zu meditieren. Ich schloss meine Augen und fiel direkt in einen tiefen meditativen Zustand. Um mich herum hörte ich die anderen Wanderer, die Kühe und sogar einen Helikopter. Aber es war mir egal … Es gab nur mich und diesen einen Moment. Da spürte ich, wie sehr ich das vermisst hatte. Tränen kullerten über meine Wangen und ein Glücksgefühl machte sich breit. Als ich meine Augen öffnete, blendete mich die Sonne und ich musste loslachen! Ich war so glücklich und fühlte mich bereit für die letzte Etappe. Nun ging es steil bergauf zum Bergkreuz. Es war wirklich steil, mein Herz raste und der Schweiss rann nur so an mir herunter … Aber ich spürte eine treibende Kraft in mir und ging ganz langsam aber stetig weiter. Ich kann das! Ich schaffe das!, hallte es in meinen Ohren. Und siehe da! Ich habe den Berg in 50 Minuten erklommen … Beim Bergkreuz hätte ich am liebsten losgeheult, weil ich so stolz auf mich war. Aber ich unterliess dies, um die dortige picknickende Familie nicht zu stören.

Nach einer kleinen Pause machte ich mich auf zum Ende meines Kraftweges, der letzten Station und meinem Ausgangspunkt, dem Berggipfel vom Kronberg.

Mit schwerem Atem und hohem Puls erreichte ich diesen und mit einem breiten Grinsen im Gesicht schoss ich dann ein Selfie zum Beweis, dass ich es geschafft hatte!

Glücklich und völlig verschwitzt sitze ich nun in der Beiz und geniesse eine Portion Pommes und teile dies mit euch. Gewidmet an alle, die vielleicht nicht die Kraft haben, diese Wanderung zu machen, und an jene, die wie ich sich selbst ein wenig vergessen haben. Ich hoffe, die Bilder untermalen meine Reise ein wenig …

Eure Yasemin