Reisen mit TNF-alpha-Hemmern

Liebe Patienten,

Der nahende Sommer weckt die Reiselust. Doch insbesondere Ferien im Ausland setzen eine seriöse Vorbereitung voraus. Insbesondere Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, welche eine Anti-TNF-Therapie benötigen, sollten unbedingt vorgängig gewisse Dinge beachten.

 

  1. Muss man TNF-alpha-Hemmer während der Reise kühlen?
    Ja, die Lagerung sollte lichtgeschützt und gekühlt bei zwischen 2 und 8 °C erfolgen. Betroffene können geeignete Kühltaschen nützen, die für einige Präparate von Pharmafirmen zur Verfügung gestellt werden. Bei gewissen TNF-Antikörpern (Humira) kann eine einzelne Fertigspritze für 2 Wochen bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Allerdings muss die Spritze auch innerhalb dieses Zeitraumes gebraucht oder weggeworfen werden, auch wenn sie in den Kühlschrank zurückgelegt wird. Für Cimzia und Simponi gilt generell eine Lagerung im Kühlschrank bei 2–8 °C.

  2. Wie können die TNF-alpha-Hemmer im Flugzeug transportiert werden?
    Die zu geringen Temperaturen im Frachtraum können den Wirkstoff zerstören. Deshalb gehören die TNF-Antikörper in eine Kühltasche ins Handgepäck oder in den Kühlschrank an Bord. Sprechen Sie bei längeren Reisen mit Ihrer Fluglinie darüber, wie Sie die Kühlung des Medikamentes während der Reise am besten gewährleisten können. Manche Fluglinien bieten ihren Reisenden an, die Medikamente in einem Bordkühlschrank aufzubewahren.

  3. Kann das Intervall der Einnahmen verändert werden, wenn man lange auf Reisen ist, beispielsweise in ein Land mit Zeitverschiebung verreist?
    Das Intervall der Applikation sollte wenn immer möglich eingehalten werden. Verschiebungen von 1–2 Tagen spielen in der Regel aber keine allzu grosse Rolle und treten häufig bei Fernreisen mit grosser Zeitverschiebung auf.

  4. Macht es Sinn, kurz vor der Abreise nochmals die Medikamente zu nehmen, selbst wenn es vom Intervall her nicht nötig wäre?
    Besprechen Sie unbedingt Änderungen Ihrer Einnahme des TNF-Antikörpers im Voraus mit Ihrem behandelnden Gastroenterologen.

  5. Empfiehlt sich eine mehrsprachige Bescheinigung des Arztes z.B. wegen der Zollbestimmungen?
    Ja, eine Bescheinigung auf Englisch ist empfehlenswert. Bitten Sie Ihren behandelnden Gastroenterologen, Ihnen eine solche Zollbescheinigung in Englisch auszufüllen.

  6. Worauf muss man achten, damit es beim Sicherheitscheck mit den Medikamenten keine Probleme gibt?
    Idealerweise steht auf der Bescheinigung, dass das Medikament gekühlt transportiert werden muss und als Spritze appliziert wird und dass die Packung somit Flüssigkeit und eine Nadel enthält.

  7. Sollte man die Möglichkeit ins Auge fassen, dass die Medikamente auch im Ausland bezogen werden können?
    Bei sehr langen Reisen besteht die Möglichkeit, die Präparate im Ausland zu beziehen. Dies sollte jedoch vorgängig mit der Krankenkasse bezüglich Kostenübernahme und mit der Apotheke oder dem Spital im Ausland individuell abgeklärt werden.

  8. Besteht gerade bei tropischem Klima eine erhöhte Gefahr, zu erkranken, weil das Immunsystem herabgesetzt ist? Wenn ja, für welche Krankheiten?
    Das Risiko einer Infektion ist unter TNF-Hemmern allgemein erhöht. Besprechen Sie die Reiseziele mit Ihrem behandelnden Gastroenterologen. Auch der Impfstatus muss kontrolliert werden. Je nach Destination ist das erhöhte Risiko einer Magen-Darm-Infektion vorhanden. Aber auch Hautinfektionen nach Verletzungen können vermehrt auftreten. Vorsicht ist geboten in Ländern, in denen die Tuberkulose verbreitet ist. Eine Reise in Länder, die eine Gelbfieberimpfung verlangen, ist nicht möglich. Bei der Gelbfieberimpfung handelt es sich um einen Lebendimpfstoff und dieser darf bei Patienten mit TNF-Hemmern nicht verabreicht werden.

  9. Bei welchen Nahrungsmitteln in warmen Ländern ist wegen des herabgesetzten Immunsystems besondere Vorsicht geboten?
    Seien Sie vorsichtig beim Konsumieren von Wasser, Eiswürfeln oder auch rohem Gemüse und Früchten. Aufgrund der TNF-alpha-Hemmer ist Ihr Immunsystem noch anfälliger für die Art von Bakterien, welche dadurch vereinfacht übertragen werden können.



Anwendung der verschiedenen TNF-alpha-Hemmer

Frage Remicade Humira Simponi Cimzia
Wie oft wird der TNF-alpha-Hemmer angewendet? Induktionstherapie in Woche 0, 2, 6 und danach Erhaltungstherapie alle 8 Wochen Initial 160mg, nach 2 Wochen 80mg, dann 40mg sc alle 2 Wochen Patienten mit einem Körpergewicht <80kg:

Als Initialdosis wird 200mg Simponi verabreicht, gefolgt von 100mg nach 2 Wochen und danach alle 4 Wochen 50mg
400mg in Woche 0, 2 und 4. Anschliessend alle 4 Wochen 400mg sc
Wie wird er angewendet? Infusion Subkutane Injektion Subkutane Injektion Subkutane Injektion
Aufbewahrung / Lagerung Sollte bei Bedarf durch ein Zentrum im Ausland verabreicht werden. Humira® Injektionslösung in vorgefülltem Injektor im Kühlschrank (2–8°C) lagern. Nicht einfrieren. Den vorgefüllten Injektor in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Alternative Lagerung in Ausnahmefällen.
Wenn erforderlich (zum Beispiel, wenn Sie verreisen), darf ein einzelner vorgefüllter Injektor für nicht länger als 14 Tage bei Raumtemperatur (nicht über 25°C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Sobald der vorgefüllte Injektor dem Kühlschrank entnommen wurde, um ihn bei Raumtemperatur zu lagern, muss er innerhalb dieser 14 Tage verbraucht oder weggeworfen werden, auch wenn er in den Kühlschrank zurückgelegt wird.
Im Kühlschrank lagern (2–8°C). Nicht einfrieren. Die Fertigspritze/den vorgefüllten Injektor (Pen, SmartJect) in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Im Kühlschrank (2–8°C) lagern. Nicht einfrieren. In der Originalverpackung vor Licht geschützt aufbewahren.