...und dennoch lachen! - Coaching für SMCCV-Mitglieder

Die SMCCV untersützt ihre Mitglieder neu mit Coaching und/oder Begleitung und erstattet einen Teil der Kosten

Mentalcoaching heisst das Zauberwort. Ursprünglich gedacht, um Sportler zu Spitzenleistungen zu bringen. Hier aber geht es um etwas anderes, Elementares; etwas für Menschen in Not. Denn was anderes als Not ist die tägliche Belastung – körperlich und geistig – durch eine chronische Krankheit wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Die SMCCV unterstützt ihre Mitglieder beim Besuch eines professionellen Coachings. Wir stellen hier unsere drei Coaches und ihre Arbeit vor.

«Keiner meiner Klienten soll meine Praxis verlassen, ohne wenigstens einmal gelacht zu haben. Das ist mir wichtig.» Gabriela Bretschers Aussage ist deutlich und man merkt, dass das keine Phrase ist. Sie arbeitet zu 100 Prozent für Jados – so heisst ihre Praxis in Luzern. Die 51-Jährige ist für einige Leser keine Unbekannte – hat sie doch, zusammen mit Patrick Widmer, schon Seminare für SMCCV-Mitglieder durchgeführt. Patrick Widmer (49) ist in Zizers GR zu Hause und hat dort auch seine Praxis für Coaching und Supervision. Hauptberuflich führt er als Teamleiter bei einem Grossunternehmen sechzehn Mitarbeiter. «Aber nicht mit der Logosynthese®!», meint der aufgestellte Mann lachend. Die Logosynthese® nimmt aber einen wichtigen Platz in seinen Beratungsgesprächen ein. Ein anderes Coaching bietet Diana Dietrich aus Bern an. Die 33-jährige Frau, die 80 Prozent beim Bundesamt für Gesundheit arbeitet, lacht auch viel während des Interviews.

Wer nichts ändern will, liegt falsch

Diana Dietrich und Patrick Widmer sind Betroffene. Morbus Crohn hiess die Diagnose; bei Diana mit siebzehn, Patrick war zwanzig. Gabriela Bretscher hatte keine solche Diagnose, aber schon einige schwere Operationen und Zeiten hinter sich. Diana und Patrick kennen nicht nur die psychischen Ängste, ihnen sind auch die körperlichen Beschwerden bestens bekannt, die Menschen mit einer Morbus-Crohn- oder Colitis-ulcerosa-Diagnose durchleiden. Gabriela meint dazu, dass sie immer wieder staune, was Betroffene für Beschwerden hätten, auch wenn sie selber dies eigentlich wisse. Dass sie selber nicht betroffen ist, bedeutet aber keine Einschränkung. Im Gegenteil: Manchmal, so glaubt sie, habe sie ganz einfach die nötige Distanz und könne sich neutral verhalten.
Was alle drei verbindet, ist das Interesse am und ja, das spürt man, die Liebe zum Menschen. Und, dass sie den Menschen, die sich an sie wenden, Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Auf die Frage, wer denn zu ihnen kommen könne und was man als Voraussetzung mitbringen müsse, sind sie sich auch einig: Jedermann, egal, welchen Alters oder Geschlechts, stehen ihre Coachings offen. Keine noch so lange Leidensgeschichte, keine medizinische Einschränkung, solle Menschen daran hindern, sich Hilfe zu suchen. Nur zwei Dinge sind wichtig: die Bereitschaft, etwas Neues anzugehen, also offen für Veränderung sein und dem Coach Vertrauen zu schenken. Es mag zwar banal klingen, aber der allererste Schritt, sich einzugestehen, dass man professionelle Hilfe von aussen annehmen kann und darf, ist der wichtigste. Oft löst der Leidensdruck etwas aus. Der zweite Schritt ist, mit einem Coach einen Termin zu vereinbaren und diesem Vertrauen zu schenken. Vielleicht weiss man noch nicht, in welcher Form man Unterstützung braucht. Das Gespräch mit dem Coach bringt Klärung. Gemeinsam mit dem Coach geht man die nächsten Schritte auf einem neuen Weg. Die Richtung wird festgelegt, dann der neue Weg unter die Füsse genommen.

Diana Dietrich wie auch Patrick Widmer bringen es beide auf den Punkt: «Ich kann keine Pille abgeben und alles ist ok. Wer gar nichts ändern will, dem ist sehr schwer zu helfen.» Gabriela Bretscher meint: «Es kann durchaus auch vorkommen, dass jemand nicht mitarbeiten kann. Denn meistens ist es nicht ein Nicht-Wollen. Alleine, dass sich jemand bei mir meldet, zeigt, dass er etwas tun möchte.» Patrick Widmer bemerkt, dass wir Schweizer oft zu lange damit warten, uns Unterstützung von aussen zu holen und zu akzeptieren.

Die verschiedenen Methoden

Gleich vorneweg: Schlussendlich ist es das Ziel aller drei Coaches, den Menschen aus der Opferrolle herauszuholen und zu einer neuen Lebensqualität zu verhelfen – gemeinsam mit dem Klienten. Mitarbeiten muss der Klient immer; Selbstverantwortung ist grossgeschrieben.

Diana Dietrich arbeitet vorwiegend mit dem «Integralen Coaching»

Hier wird auf eine neue Perspektive hin gearbeitet. Und es muss viel gearbeitet werden. Sie lässt den Klienten zuerst einmal sein Thema schildern. Sie nimmt dabei auf, wie seine Körpersprache ist, seine Tonlage und seine Erzählung wirken. Gemeinsam erarbeitet sie danach mit ihm einen Zielsatz, einen Satz, der mit «Ich …» beginnt. Sobald dieser Zielsatz passt, kommt eine nur für den Klienten wichtige und richtige Assoziation hinzu. Das kann eine Melodie, ein Bild, ein Geruch oder etwas ganz anderes, sehr Persönliches sein. Im nächsten Schritt machen sich die beiden gemeinsam auf die Suche nach den Ressourcen. Ziel ist die Erkenntnis, was man alles an Ressourcen aufzuweisen hat. Das fängt durchaus mal bei der Kindheit an. Was konnte man damals besonders gut? Was meint mein Partner, was ich gut kann; was mein Chef; was ich selber? Das alles hat nichts mit der Krankheit selber zu tun. Es nimmt den Menschen, die Person als Ganze ins Visier, daher die Bezeichnung «integral». Der letzte Schritt lässt erkennen, wie man welche dieser Ressourcen in bestimmten Situationen optimal nutzen kann. Diana fasst zusammen: «Es ist, wie es ist, aber ich kann an meinen Gedanken etwas ändern. Ich kann mir selber helfen, indem ich einen anderen Blickwinkel einnehme und so meine Perspektive auf etwas Positives lenken kann.»

Es kann sein, dass jemand bereits nach einer ersten Therapiestunde feststellt, dass ihm schon geholfen wurde. Denn der Aha-Effekt kommt fast immer schon beim ersten Gespräch. Viele ihrer Klienten kommen einmal, sozusagen zum Ausprobieren. Meist brauche es dann zwei bis vier Wochen; Zeit für sich selber, während der die Lösungsansätze ausprobiert werden. Und dann, wenn jemand nicht weiterkommt, steht er wieder vor Dianas Tür. Jetzt wissen beide, es geht weiter und es kommen noch weitere Schlüsselmomente.

Patrick Widmer legt sein Schwergewicht auf die «Logosynthese»

Auch bei ihm steht am Anfang das Herausschälen der anstehenden Themen, z. B. eine bevorstehende Operation. Das geschieht mittels eines konventionellen Coachings. Eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung ist die Voraussetzung dafür. Darin geht es um Klärung, Akzeptanz und Annahme.

Die Logosynthese® ist eine Methode für persönliche Entwicklung, die viele Aspekte miteinbezieht: so auch Tiefenpsychologie, NLP, Hypnotherapie und die Transaktionsanalyse. Sie gehört zur noch jungen Generation von schnell wirksamen Veränderungsmethoden. Logosynthese® ist leicht erlernbar und wirkt sofort. Patrick macht immer wieder die Erfahrung, dass eine schnelle und nachhaltige Entwicklung möglich ist. Oft erlebt er begeisterte, über die Wirkung erstaunte Klienten.

Durch das Aussprechen bestimmter Sätze werden blockierende Muster im Denken, Fühlen und Handeln aufgelöst. Es geht um das Finden und Neutralisieren unserer persönlichen Auslöser für ein aktuelles Problem, belastende Gefühle wie Angst, Sorgen, Verbitterung, Wut usw. Die Ursachen finden sich zu 90 Prozent in unserem Unbewussten. Mit Logosynthese® ist über die Macht der Worte der Zugang zu eben diesem Unbewussten leicht und einfach möglich.

Patrick formuliert drei präzise Sätze und befreit damit blockierte Energie eines Menschen, die in belastenden Erinnerungen, Überzeugungen und Befürchtungen gebunden ist. Diese Auslöser werden Schritt für Schritt neutralisiert und die frei gewordene Energie steht wieder für das Leben und täglichen Herausforderungen zur Verfügung. Die meisten chronisch Kranken erfahren dadurch Erleichterung im Umgang mit der Erkrankung und eine Entlastung von Körpersymptomen und Schmerzen.

Patrick arbeitet auch mit anderen Coaching-Methoden und unterstützt dabei seine Klienten bei Alltagsproblemen, so z. B. «Wie sag ich’s meinem Vorgesetzten?» oder 2Wie organisiere ich meinen Alltag?».

Gabriela Bretscher bietet neben dem Mental-Coaching vor allem verschiedene Hypnosetherapien, Motivationstrainings und Feuerlaufseminare an:

«Jeder kann mehr, als er sich selber zumutet. Aber den ganzen Berg muss man nicht in einem Tag erklimmen.» Ihr Spezialgebiet ist das Thema Ängste, vor allem bei chronischen Krankheiten, und die Betreuung von Angehörigen psychisch kranker Menschen. Sie versucht, die Menschen aus der Resonanz rauszuholen, also mit den Gedanken weg von den Gedanken, weg vom täglichen Kampf.

Am Anfang steht ein erstes Gespräch; das kann ein Telefonat sein oder ein persönliches Gespräch. Sie macht auch Spital- oder Hausbesuche. Besonders, wenn sich jemand nicht mehr aus dem Hause getraut. Mit allem verfolgt sie ein Ziel: Der Klient stellt sich seinen Ängsten und löst sie auf. Und es wird nicht «gegrübelt». Möchte jemand Hilfe bei einem Schub, kann es sein, dass sie eine Hypnosesitzung macht. Diese nimmt sie für den Klienten auf sein Handy auf und er kann sie sich immer wieder anhören. Sie arbeitet sehr individuell, auf den Menschen zugeschnitten. Sie hilft motivieren oder behandelt akute Schmerzen mit einer Hypnose. Gabriela bietet auch Feuerlaufseminare an. Dabei erleben Menschen, wie sie Blockaden in positive Energie und innere Kraft umwandeln. Sie lernen dabei, ihre Grenzen zu sprengen und das Unmögliche möglich zu machen. Diese Erfahrungen können danach ihren Alltag positiv beeinflussen und begleiten.

«Wenn jemand nicht mehr mag, dann muss er erst mal zu Kräften kommen, Entspannungstechniken kennenlernen. Er muss zur Ruhe kommen, gelassener werden und die Gedanken lenken lernen. Aber das muss man tun, wenn es einem gut geht. Mir ist wichtig, mit den Menschen so zu arbeiten, dass sie selber auf die Idee kommen, was ihnen gut tut.»

Es ist, wie es ist, aber …!

Während allen Gesprächen mit den drei Coaches fällt öfters der Satz «Es ist, wie es ist». Das berührt. Denn wie oft hadern wir mit unserem Schicksal? Das Akzeptieren fällt uns schwer. Patrick Widmer formuliert es sehr treffend: «Grundsätzlich ist die Diagnose schon ein Trauma. Das lateinische Wort, welches einem um die Ohren geschlagen wird, klingt gefährlich. Dann folgen Informationen, die schrecklich sind, und dann wird man plötzlich noch Teil einer Statistik. Dabei ist doch jeder anders. Später kommen das unvermeidliche Grübeln, die Frage nach der Schuld und wilde Fantasien hinzu. Weshalb ausgerechnet ich? Was habe ich getan? Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich eine Zukunft und wie sieht sie aus?»

Tatsächlich ist die Antwort schlicht und einfach: «Es ist, wie es ist.»
Aber was wir dann daraus machen und welchen Blickwinkel wir einnehmen, ob wir den Mut aufbringen, uns nicht entmutigen zu lassen, und ob wir trotzdem oder gerade deshalb dem Leben entgegenlachen, das steht nicht in den Sternen. Da haben wir uns selber, unsere Kraft der Gedanken und der Worte. Und es gibt Unterstützung von Menschen, die wissen, wie es funktioniert. Holen wir sie uns – es ist nie zu spät!

Marie-Isabelle Bill

Patientensupportprogramme: Der persönliche Austausch ist ein wichtiges Element der Patientenbetreuung

Als Präsident der SMCCV ist Bruno Raffa ein Experte für die Bedürfnisse von Patienten mit einer chronischen Erkrankung. Im folgenden Interview erklärt er die Gründe, warum Patientensupportprogramme (PSP) Betroffenen nützen können.

 

Herr Raffa, was sind die wichtigsten Bedürfnisse von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen?
Ganz generell braucht es einmal eine korrekte Diagnose. Es gibt immer noch viele Fälle, in denen bis zur Diagnosestellung mehrere Jahre vergehen. Das liegt nicht allein an den Ärzten, sondern auch an den Patienten. Sie schämen sich, sprechen nicht gerne über Darmprobleme – auch nicht mit einem Arzt – und hoffen, dass die Beschwerden von selbst wieder verschwinden. Es ist sicher ein grosses Bedürfnis, dass in der Öffentlichkeit offener über Darmprobleme gesprochen wird, mehr Verständnis dafür erreicht wird und Menschen mit solchen Beschwerden dadurch rascher offen mit ihrem Arzt sprechen.

Ist die Diagnose klar, brauchen die Patienten klare Informationen über die vorgesehenen Therapien. Man muss wissen, wie die Wirkung der Medikamente ist, wie lange man diese einnehmen soll oder muss und welches die Nebenwirkungen sind. Weiter ist es wünschenswert, wenn der Arzt den Betroffenen sagen kann, wie der Krankheitsverlauf sein wird. Gibt es eine Chance auf eine Besserung? Was heisst chronisch krank und unheilbar? Könnte es sein, dass ich z. B. in ein paar Tagen keine Beschwerden mehr habe?

Ein weiteres wichtiges Bedürfnis ist, so rasch wie möglich eine Therapie zu bekommen, welche die Symptome so gut wie möglich lindert.

Welche Massnahmen würden sich die Patienten in Bezug auf die Therapiebetreuung wünschen und was kann hier der Arzt tun, was nicht?
Der betreuende Arzt sollte mit den Betroffenen immer im Gespräch bleiben, d. h. die Besuche sollten zu Anfang der Erkrankung häufiger sein und die Wirkungen (oder Nebenwirkungen) intensiver besprochen werden. Der Arzt soll gezielt danach fragen, wie es mit der Therapie läuft (nebst Labor usw.).

Es wurden schon verschiedentlich Untersuchungen zum Effekt von Patienten-Support-Programmen gemacht, z. B. bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Was halten Sie von solchen Programmen?
Solche Programme schätze ich als sehr positiv ein. Eine Herausforderung ist der Übergang in ein anderes Programm bei einem Therapiewechsel. Es gibt keine Kontinuität.

Was sollten diese Programme anbieten, um auch Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung einen Nutzen zu bringen?
Ich nehme an, das Ziel eines solchen Programmes ist die korrekte Einhaltung der Therapie.
Ein solches Programm sollte z. B. Patienten regelmässig an die notwendige Injektion erinnern. Ebenfalls müssen diese Betroffenen mehr über ihre Erkrankung erfahren und dadurch ein besseres oder gesteigertes Therapiebewusstsein bekommen. Wenn der Arzt (oder die App oder das Patientensupportprogramm) den Betroffenen aktiv in die Therapieanwendung einbindet, fühlt er sich sicherer und auch verstanden. Hier ist sicher auch eine Patientenorganisation gefragt. Da häufig auch Kinder betroffen sind, sollten nicht zuletzt auch Massnahmen für Eltern angeboten werden.

Wie schätzen Sie im Rahmen solcher Programme – neben Informationsangeboten wie Internet – die Bedeutung des persönlichen Kontakts mit einem Coach ein?
Das schätze ich als sehr wichtig ein. Da nicht alle Patienten die gleichen Bedürfnisse haben, bräuchte es fast so etwas wie ein Netzwerk. Das würde zum Beispiel bedeuten, dass ein Patient eine Hauptansprechperson hat und bei spezifischen Fragestellungen, z. B. zu Ernährung, Fitness usw., würde ihn dann sein Coach mit einer anderen Fachperson innerhalb seines Netzwerks in Kontakt bringen.

Welchen Patienten würden Sie eine Teilnahme an einem Patientensupportprogramm besonders empfehlen?
Solche Programme würde ich sicher neudiagnostizierten Patienten besonders empfehlen. Dann auch Patienten mit schweren Krankheitsverläufen, die häufig ins Spital müssen und die dadurch auch begleitende gesundheitliche Probleme, z. B. eine Depression, entwickeln können.

Inwiefern ergänzt ein solches Programm die Arbeit von Patientenorganisationen?
Sicherlich gut. Wir würden das Patienten, bei denen wir einen Bedarf sehen, auch empfehlen.

Worin sehen Sie den konkreten Nutzen für den Patienten?
Ich denke, solche Programme erleichtern es den Patienten, in ihrem Alltag zurechtzukommen. Es gibt viele Patienten, die sich aufgrund ihrer Erkrankung isolieren. Solche Programme könnten gerade ihnen mehr Mut geben und aufzeigen, dass sie nicht allein dastehen. Und manchmal sind ja Ratschläge von einer neutralen Person, die nicht zur Familie gehört, auch einfacher anzunehmen. Dies würden solche Programme ebenfalls ermöglichen.

Ich vermute, dass die Betroffenen so mehr Vertrauen in die Behandlung entwickeln. Es passiert ja ab und zu, dass Betroffene einfach so ihre Therapie abbrechen. Diese Patienten brauchen vielleicht eine aktive Unterstützung durch so ein Programm. Es ist sicher gut, wenn ich als Patient einfach rasch eine kompetente Person (der ich vertraue) anrufen kann und über meine Probleme oder Zweifel über die Therapie sprechen kann. Nach einem solchen Gespräch fühle ich mich wieder sicherer und breche eher nicht ab. Denn ich bin nun aktiv informiert und habe das Gefühl, aktiv in den Behandlungsverlauf einbezogen zu werden.

Worin besteht Ihrer Meinung nach der Nutzen des Arztes?
Ich könnte mir vorstellen, dass es zum einen für die Patienten dank entsprechender Vorgespräche mit ihrem Coach auch einfacher würde, mit ihrem Arzt zu sprechen und ihre Beschwerden und Bedürfnisse zu formulieren. Zum anderen könnte der Patient vieles, was er bisher mit dem Arzt diskutiert hat, mit seinem Coach besprechen. Beides würde die Ärzte entlasten.

Können Sie sich vorstellen, dass Patienten ein solches Angebot nicht nur bei Therapiestart, sondern auch längerfristig nutzen werden?
Ja, auf jeden Fall. Vielleicht nicht kontinuierlich, aber immer wieder punktuell, wenn besondere Fragen oder Probleme auftauchen.

Wieso ist es gerade bei Morbus Crohn oder Colitis wichtig, dass man neben der Therapie noch einen zusätzlichen Support bekommt?
Einerseits, weil diese Erkrankungen ein Tabuthema darstellen. Und andererseits, weil es sich um chronische Erkrankungen handelt.

Das Interview wurde geführt von Dr. Therese Schwender im Auftrag von AbbVie AG
(Erstpublikation IBD News, April 2017).


01. Oktober 2017

Redaktion SMCCV

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