Untersuchungsmethoden

Der Weg bis zur endgültigen Diagnose einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung ist oft langwierig und belastend. In vielen Fällen dauert es bis zu zwei Jahre, bis die endgültige Diagnose bekannt ist. Dies liegt unter anderem an den oft nicht sofort auf eine solche Darmkrankheit hinweisenden Symptomen. Liegt dann aber ein konkreter Verdacht vor, gibt es eine Reihe von Diagnoseverfahren, welche definitive Antworten liefern sollen. Auch nach der Diagnosestellung muss man sich als Patient immer wieder der einen oder anderen dieser Untersuchungen unterziehen.

Laboruntersuchungen von Blut- und Stuhlproben geben Aufschluss über das Ausmass der entzündlichen Aktivitäten. An solchen Untersuchungen kann auch der Erfolg der Therapien gemessen werden. Ebenfalls können dadurch Medikamentennebenwirkungen und -unverträglichkeiten aufgedeckt werden.

Mit der Ultraschalluntersuchung können die entzündlichen Prozesse im Darm dargestellt werden. Darmwandverdickungen können lokalisiert werden.

Röntgenuntersuchungen können Aufschlüsse über den Ort des entzündlichen Geschehens und über mögliche Engstellen oder Fisteln geben. Dies geschieht ebenfalls mittels Computertomographie oder Kernspintomographie.

 

Die Endoskopie ist die wichtigste Methode zur Unterscheidung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Der Arzt schiebt dabei nach einer gründlichen Darmreinigung einen biegsamen Gummischlauch oder ein dünnes Metallrohr durch den After in den Darm. Mit einer winzigen Zange können während der Spiegelung Gewebeproben entnommen werden, die dann meist Klarheit darüber schaffen, ob eine Colitis ulcerosa vorliegt. Es ist auch eine zuverlässige Art, Dickdarmkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Die Koloskopie bezeichnet die Spiegelung des gesamten Dickdarms, die Rektoskopie jene der letzten 20 cm, also des Mast- oder Enddarms. Die Darmspiegelung an sich wird von den meisten Patienten nicht als unangenehm empfunden, bekommt man doch meistens auch sedierende Medikamente. Äusserst unbeliebt dagegen ist die Vorbereitung, da durch Trinken einer beachtlichen Menge abführender Flüssigkeit der ganze Darminhalt geleert werden muss.

Die Spiegelung des Magens nennt man Gastroskopie. Hierbei wird das Untersuchungsinstrument durch den Mund in den Magen geschoben.

Durch eine strahlungsfreie bildgebende Untersuchung, die Magnetresonanztomographie (MRT), kann ein möglicher Befall des Dünndarms erkannt werden. So lässt sich Colitis ulcerosa besser von einem Morbus Crohn unterscheiden, der auch im Dünndarm Entzündungen hervorrufen kann.

Um Nebenwirkungen von Medikamenten (vor allem Cortison) frühzeitig zu entdecken, sind weitere Untersuchungen wie Messung der Knochendichte, Besuche beim Dermatologen, Kontrolle des Augendrucks und des Blutzuckerspiegels und weitere Kontrollen von Zeit zu Zeit nötig.